Von einer Mutter,
- die über ihrem Kind alles Andere - auch den Kindsvater - vergisst; - der Berührungen und Sexualität unangenehm, schmerzhaft und anstrengend sind; - die sich, um die Beziehung zu retten, einer gynäkologischen Opera- tion unterzieht, um eventuelle "Hindernisse" zu beseitigen. Ergeb- nis: psychosomatisch; - die "fremdgeht", um zu erkunden, ob ES an ihr oder am Partner liegt; - die langsam den Eindruck bekommt, ihr Körper ist anders als alle anderen; - die sich wegen Versagensangst übermäßig in die Mutterrolle ver- tieft und den Partner verlässt; - die den familiären Vorwurf des "ungebildet sein" ihrem Sohn nicht zumuten will und vom Arbeitsamt eine Umschulung finanziert be- kommt; - die Nachts am Fließband arbeitet, um über die Runden zu kommen; - die als alleinerziehende Mutter ihre Abschlussprüfung vor der IHK mit >sehr gut< besteht; - deren Sohn Pseudo-Krupp-Husten bekommt und Nachts nicht mehr ohne Mama schläft; - die unter Atemnot leidet, einen Knoten im Hals verspürt und nach der Schilddrüsen-OP gesagt bekommt: nichts da gewesen: psycho- somatisch; - die 4 Wochen später vom HNO-Arzt den Knoten, der sich hinter der Halsschlagader versteckt hielt, entfernt bekommt; - die nun jegliches Vertrauen zu Ärzten verliert. Sich mit "Zitteran- fällen", Herzattacken, Blasen-und Sehstörungen abfindet - weil - selbst wenn da WAS ist - sie werden ES nicht finden; - die keine Medikamente mehr schlucken möchte, die nur den Schmerz und nicht die Ursache bekämpfen; - die ab und an Sehnsucht nach Wärme und Verständnis hat und... prompt wieder schwanger ist; - die - entgegen ihrer Einstellung - von der Familie stark beeinflusst wird: Ein uneheliches Kind - gut und schön. Ein zweites - untragbar! - die sich entscheiden muss! Entweder Familie, oder Kind; - die sich für die Familie entscheidet. Will dem Sohn nicht Oma und Tante nehmen - nachdem sie schon den Vater verließ; - die den Schwangerschaftsabbruch im Inneren ablehnt. Es gibt Kom- plikationen.... Der Eingriff wird 3 Tage später wiederholt; - die endlich ihre "Mitte" gefunden zu haben scheint; im festen Ar- beitsverhältnis steht, keine Beziehung vermisst und ihren kleinen Sohn vergöttert; - die von einem gleichaltrigen, noch bei der Mutter lebenden, jungen Mann auserkoren wird, die Richtige zu sein; - die sich lange bitten lässt, bis sie einem gemeinsamen Tanzabend zustimmt; - die zwar Symphatie für den guten Tänzer empfindet, jedoch ihre endlich erworbene Selbstständigkeit nicht aufgeben möchte; - die sich auf einem Sonntagsspaziergang noch "Siezt", während der Sohn ruft: Papa fang mich; - der bewusst wird, wie sehr ihr Sohn einen Vater vermisst; - die gesagt bekommt: Ich wäre dem Kleinen gern ein Vater; - die von ihrer kranken Psyche, missglückten Partnerschaften und schwierigen Familienverhältnissen erzählt; - die mit ihrer Offenheit abschrecken möchte und genau das Gegen- teil erreicht; - deren Sohn und Bekannter ein wunderbares Verhältnis zueinander aufbauen; - die erfährt, dass es auch Männer gibt, bei denen Sex eine unterge- ordnete Rolle spielt; - die selbst irgendwann den Anfang macht, um in Erfahrung zu brin- gen, ob ihre Psyche geheilt ist; - die feststellt, ES muss nicht sein; sich aber freut, dass ihr Sohn zur Schule kommt und normale Familienverhältnisse vorweisen kann; - deren Freund glücklich ist, sich von einer dominanten Mutter ab- zunabeln; - die sich finanziell ausgenutzt fühlt, weil der Freund bei ihr lebt und der Mutter Unterhalt zahlt; - die ihn unter Druck setzt und sich im Recht fühlt: entweder wir - oder sie; - deren Freund sich erst mal absetzt - 4 Wochen Amerika; - die sich mit seiner Mutter auseinandersetzt und erfährt: ihr Sohn wollte nie Familie - stattdessen Mercedes und mit 40 nicht mehr arbeiten müssen; - die gewarnt wird, nicht schwanger zu werden. Der Sohn würde sie ansonsten verlassen; - die ihre "Brötchen" seit dem 17. Lebensjahr allein verdient und nun unterstellt bekommt, sie bräuchte lediglich einen Ernährer und ei- nen Vater für das uneheliche Kind; - die wegen ständiger Herzattacken mal wieder ein Langzeit-EKG und Probleme mit den Augen bekommt; - deren Freund sich nach seiner Rückkehr ganz entschieden gegen seine Mutter und für Mutter/Kind entscheidet; - die einen Ehevertrag unterschreibt, in dem sie auf alles verzichtet, um finanzielle Absichten auszuschließen; - die sich im Juli 87, nach der Trauung in flapsigem Ton, vor versam- melter Mannschaft sagen lässt: der Grund für die Trauung seien steuerliche Vorteile; - die wegen starker Migräne-Attacken und mit dem Einverständnis ihres Partners die Anti-Baby-Pille absetzt; - deren Ehemann sich bewusst zurückhält. Er sei froh, einen "großen" Sohn zu haben und nicht in der Lage, die Verantwortung für einen Säugling zu tragen; - deren Ehemann nach einem 3-wöchigen Bundeswehrmanöver alle Vorsicht vergisst; - die sich mit beiden "Männern" riesig auf den Nachwuchs freut; - die Probleme mit der Schwangerschaft hat und weiß - es wird das letzte Kind sein; - die ihr zweites Kind allzu gern auf normalem Wege bekäme; - die 3 Tage mit starken Wehen verbringt, ohne dass sich der Ge- bärmuttermund öffnet; - welche die Ankunft ihrer Tochter verschläft, weil der Kaiserschnitt nötig und die Sterilisation erwünscht ist; - deren Baby von Anfang an nicht auf dem Bauch liegen kann; men- genweise Muttermilch trinkt, um anschließend zig Mal (über 3-4 Stunden verteilt) in hohem Bogen zu spucken; danach folgt eine halbe Stunde Schlaf (nur aufrecht) und alles geht von vorn los; - die müde und verzweifelt ist, das Kind 10 Stunden am Tag auf der Hüfte trägt und die Nacht sitzend im Wohnzimmer verbringt, da- mit Baby, Sohn und Ehemann zur Ruhe kommen; - deren Kinderarzt auch nach 5 Monaten noch keine Besonderheiten feststellen kann: "Speikinder sind Gedeihkinder" und beruhigend: wenn feste Nahrung gefüttert wird, verliert sich das; - deren Schwiegermutter prophezeit: Das Kind wird "Zahnkrämpfe" bekommen, genau wie sein Vater und dessen Geschwister; - die beginnt Brei zu füttern und einem Kind, welches "gluckst", schreit, nicht spucken und nicht kackern kann, bis es Muttermilch bekommen hat; - deren Baby plötzlich unter Milchschorf und Neurodermitis leidet; - deren Kinderarzt Cortisonsalbe verschreibt, die 3-fach-Impfung verabreicht und der Meinung ist, die Eltern ließen sich tyrannisieren; - die eisern bleiben möchte, nach dem Brei die Muttermilch verwei- gert; - deren Baby schreit, schreit und .... immer noch schreit; für den Brei keinen "Ausgang" findet; weder oben - noch unten; - die zusieht, wie Bäuchlein und Gesicht aufschwemmen; wie die Nahrung im Körper kleben bleibt; wie der Liebling apathisch wird - das Köpfchen zur Seite - die Augen verdreht; blau das Gesicht und Speichel rinnt. Der erste Krampfanfall - Oma hat Opa immer einen Schlüssel in die Hand gedrückt... man sollte auf die Zunge achten... den Kopf zur Seite drehen... - deren Kinderarzt nichts Auffälliges mehr feststellen kann und dringend rät, im Wiederholungsfall die Klinik aufzusuchen; - deren Baby innerhalb 24 Stunden 7 Krampfanfälle durchlebt; in der Klinik gründlich untersucht wird und eine Lumbalpunktion über sich ergehen lässt; - die nur stillt, deren Kind wieder spuckt und sich zusehends erholt; - die sich gemeinsam mit Ehemann gegen eine Langzeit-Therapie sträubt, da für die Krampfanfälle keine Ursache gefunden wurde; - deren Krankenkasse sie regresspflichtig machen will, falls dem Kind etwas zustößt; - die sich nach 4 Wochen erholt hat, nach 7 Monaten langsam ab- stillen möchte und einen neuen Versuch wagt; - deren Baby weiterhin Krampfanfälle bekommt, sobald versucht wird, die Ernährung zu ändern; - die Kontroll-EEG`s wahrnimmt, welche keinen pathologischen Befund ergeben; - die sich in den Kopf gesetzt hat, die Ursache selbst rauszukriegen, weil es keinerlei ärztliche Unterstützung gibt; - die tagtäglich Buch führt, wie - wo - was - wann an Nahrung auf- genommen wird; wie - wo - was - wann und ob abgeführt wird; - die ihrem Kind anmerkt, dass in den nächsten 48 Stunden ein Krampf kommt - apathisch - aufgedunsen - quengelig; - deren Ärzte nur ein Lächeln für sie übrig haben, als sie die Ver- mutung einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit äußert; - die neuerdings ein Bein opfern muss, weil ihr Sonnenschein sich quer darüber legt und anscheinend den Bauch massiert. Starkes Schwitzen, knallroter Kopf und ziemlich verkrampfte Haltung lassen auf eine übernatürliche Anstrengung schließen, die sich am Bein nicht bemerkbar macht. Das Ganze nennt sich "ein Ba nehmen". Was immer das bedeutet - es dauert bis zu einer halben Stunde und danach geht`s ihr vorübergehend gut. Verwunderlich dabei die Tatsache, dass sie ansonsten niemals auf dem Bauch liegen kann! - die ein Buch über Säuglingsernährung in die Hand bekommt, am nächsten Tag gehärtete Fette, Milchprodukte und Cortisonsalbe verbannt, eine Getreidemühle besorgt, den Safter entstaubt und den Rest der Familie auf die Veränderungen vorbereitet; - deren Baby von heut auf morgen, unter Rohkost, keinerlei Be- dürfnis auf Muttermilch hat und vom Wesen her regelrecht auf- blüht. Die Neurodermitis auch! - die Handschuhe über die kleinen Finger zieht und mit Sohn und Ehemann drei Tage und drei Nächte, mit weinendem, leidendem Baby durchzieht; - die mit Kind in der Apotheke erscheint, von der bisherigen Be- handlung mit Cortison erzählt und nun ein besänftigendes, natür- liches Mittel kaufen möchte; - deren Apotheker sie barsch zurechtweist, Zitat: Gute Frau, wenn alle Menschen so denken würden, von was sollen wir Apotheker dann leben? Dieser Ausschlag bedarf ärztlicher Behandlung - und Cortison! - die sich trotz - vor Wehleid - schreiendem Kind nicht beirren lässt und ein altbewährtes, Juckreiz stillendes, kühlendes Gel nach Hause trägt; - deren Tochter rund um die Uhr beschäftigt wird, damit sie den Juckreiz vergisst; - die ein ärztlich geleitetes Umweltinstitut aufsucht, um in Erfahrung zu bringen, welchen Einfluss Ernährung/Umwelt auf Epilepsien und Neurodermitis hat; - die eine Langzeittherapie von der Krankenkasse finanziert bekom- men hätte, jedoch die Kosten für eine Untersuchung/Beratung allein tragen muss; - die von der Krankenkasse aufgefordert wird, ihr Kind in einer Uni-Klinik begutachten zu lassen; - die - dort angereist - feststellen muss, dass Gutachter nicht einmal den Unterschied zwischen homogenisierter und pasteurisierter Milch kennen (die untersuchende Ärztin ist tatsächlich der Meinung, absolut unbehandelte Frischmilch in jedem Supermarkt zu be- kommen!) Man weist uns darauf hin, dass die jetzige Ernährungs- form nicht ausreichend ist; dass unser Kind schwerwiegende Man- gelerscheinungen davontragen wird; dass Epilepsien keinesfalls ernährungsbedingt sind; - die nach 6 Wochen absoluter Rohkosternährung (in denen es zu keinerlei Beschwerden kam) vorsichtig anfängt (Butter an Kartoffel) "normal" zu füttern; - deren Tochter wieder Probleme mit der Verdauung bekommt und zunehmend apathisch wird; - die in Zukunft - mit Erfolg - kleinen Finger oder Fieberthermometer benutzt, um den Darmausgang zu reizen; - die hoffnungsvoll einer homöopathischen Behandlung entgegen- sieht; - deren Kind im Wartezimmer einen Krampfanfall bekommt und als Notfall vorgezogen wird; - die schon viele Krampfanfälle "behandelt" hat und den Arzt bittet, nur zu beobachten (dauert nie länger als 3 Minuten); - deren Arzt erklärt, er könne das nicht verantworten; das Kind aus dem mütterlichen Arm nimmt, auf den Bauch legt und massiert; - deren Kind nach 3 Minuten nicht zu sich kommt und vom Arzt gespritzt wird; - die volle 20 Minuten warten muss, bis ihr Baby wieder reagiert; - die mit einem Rezept die Praxis verlässt und mit den vielge- priesenen weißen Kügelchen den Heimweg antreten darf; - deren Kind aus der Apathie nicht mehr herauskommt trotz Pillen und Rohkost; - die nach 3-tägigem Leiden eigenmächtig die Pillen absetzt; - deren Sorgenkind sich in der Nacht kohlrabenschwarz erbricht, aber lächelnd und mopsfidel im Bett sitzt; - deren Instinkt verhindert, einen Arzt hinzuzuziehen; (Jahre später möchte ich in Erfahrung bringen, welches Medikament gespritzt wurde - die Patientenakte existiert nicht mehr. Darf nach 4 Jahren vernichtet werden. Die Krankenkasse setzt sich mit Dr. B. in Verbindung und erfährt, dass er sich erinnern könnte, wenn er jemals so einen Fall behandelt hätte - er hat nicht!!!) - die nicht wirklich merkt, dass sie den 11-jährigen Sohn und den Ehemann vernachlässigt; - deren Sohn eine Klassenfahrt abbrechen möchte, weil er seine Schwester vermisst und Angst hat, ihr könne etwas zustoßen; - die sich und ihrem Ehemann lange Zeit vorwirft, den Sohn nicht abgeholt zu haben; - der nun ganz deutlich bewusst wird, wie sehr der Große "neben- her" laufen musste, denn auch er hatte oft gesundheitliche Probleme: Neben dem Pseudo-Krupp - mit 5 Jahren -chirurgische OP, Wind- pocken, Keuchhusten, Scharlach, Penicillin-Allergie ... - die schon jetzt kaum noch soziale Kontakte pflegt, weil die Um- welt sehr abweisend auf die selbstgewählte Ernährungsphilosophie reagiert; - die ihrem Kind ersparen möchte, an der Kaufhauskasse einen Lutscher, in der Metzgerei die Scheibe Wurst, auf dem Spielplatz den Löffelbiskuit und bei der Oma die (ach so leckeren!) Waffeln ablehnen zu müssen; - deren 4-köpfige Familie Vorbild sein möchte und nichts Essbares im Haus duldet, was dem Kind schaden könnte; - die keinen Besuch mehr empfängt, der nicht auf Sahnetorte oder Butterbrot verzichten kann; - der die Decke auf den Kopf fällt; die wieder arbeiten will, um mal rauszukommen; - die die Erfahrung gemacht hat, ihr Kind niemandem anvertrauen zu können, außer Sohn und Ehemann; - deren Wunsch, ihren Job im Nachtdienst zu verrichten, nicht er- füllt wird (Männerdomäne); - die ihren Mutterurlaub kündigt, um in den frühen Morgenstunden eine Tageszeitung auszutragen; - die sich, ob Sommer oder Winter, beeilen muss, ihre Tour recht- zeitig zu beenden, damit der Ehemann pünktlich das Haus ver- lassen kann. Nur so ist die Rundum-Betreuung der kleinen Tochter gewährleistet; - deren Kinderarzt - trotz Wohlergehen - die Ernährungsform be- mängelt, da das Wachstum gefährdet ist (auffällig: bei hauptsäch- lich pflanzlicher Rohkost-Ernährung ist Nägel- oder Haare schnei- den überflüssig); - die Werner Kollath, Dr. M.O.Brucker, Anne Calatin, Diamond, Jean Carber, Helma Danner, Claude Burger und andere Ernährungsratge- ber verschlingt und ausprobiert, ohne das wirklich Verträgliche zu finden (allein Anne Calatins Rotationsdiät war hilfreich); - die fortan riesige Nährstoff- Mineralien- und Vitamintabellen er- stellt und die Ernährungswissenschaften auf den Kopf stellen könnte; - die (auf 44 kg abgemagert und am Ende ihrer Kräfte) Hilfe und Ver- ständnis bei ihrem Hausarzt sucht... (und Jahre später (bei Aushän- digung der Patientenunterlagen) lesen muss: ZWANGSNEUROSE, ...WEISS MEHR ALS DER DOC!) - deren Ehemann notfallmäßig den Hausarzt rufen muss, weil seine Frau nicht mehr in der Lage ist, aufzustehen; ihre Füße nicht spüren kann; einen heißen, brennenden Schmerz mit handflächengroßer Rötung im Oberschenkel beklagt; sie hat das Gefühl, einen Gürtel um den Brustkorb zu tragen, der sich immer enger schnallt; befürch- tet das Augenlicht zu verlieren, weil alles verschwommen wirkt und sucht den Abstellknopf für die rasanten Schwingungen im Kopf; - deren Hausarzt betont, dass diese Symptome keinerlei pathologi- schen Sinn ergeben und demzufolge unbedingt ein Psychopharmaka einzunehmen ist (fordert Kontrolle - will Nachricht sobald die Trop- fen geleert sind); - die langsam am eigenen Verstand zweifelt! Tropfen in den Ausguss tröpfeln lässt; sich weder von Mutter noch von Schwiegermutter füttern lassen möchte und ihren zwei Kindern (mittlerweile 2 und 12) eine verantwortungsvolle Mutter sein WILL; - deren Körper 14 Tage braucht, diesen Willen durchzusetzen. Letzt- endlich auch durch die Hilfe des Ehemannes, der für die zweite Woche Urlaub einreichen "konnte"; - die schnellstmöglich wieder arbeiten geht und diese immer öfter und stärker auftretenden Gefühlsstörungen an Händen und Fingern auf Druckerschwärze der auszutragenden Zeitungen schiebt (ungeklärt bleiben dabei allerdings taube Füße und gerötete, schmerzende Ze- hen, die der HA, nachdem das Blut auf Rheuma untersucht war, als "Frostbeulen" oder "Ähnliches" bezeichnet); - die, trotz ausbleibender Krampfanfälle, weiterhin Ernährungstage- buch führt und täglich den PH-Wert des Urins kontrolliert; - die ihrem 3-jährigen Kind, mit einem Kindergartenplatz soziale Kon- takte ermöglichen möchte und feststellen muss, dass das Kind mit geistiger Abwesenheit (Absencen) auf die Überforderung reagiert; - die ihr Kind zu Hause behält und für den übermäßig großen Bewe- gungsbedarf und die fehlenden sozialen Kontakte eine Kindertanz- schule auswählt; - deren kleine Familie die "selbstauferlegte Diät" mit äußerster Diszip- lin fortführt und auf erstaunliche Weise belohnt wird (immerhin benötigen 4 Personen, die nächsten 10 Jahre! keinerlei ärztlichen Beistand und keinerlei Medikamente); was nicht heißt, dass es keine gesundheitlichen Probleme gab: obwohl schon mit 11 Monaten (ent- gegen der wissenschaftlichen Lehrmeinung) tagsüber absolut "sauber" versagt bis zum 6.Lebensjahr (ausschließlich Nachts) der Blasenmus- kel; fast jede Nacht (bis zum 10. Lebensjahr) erinnern ohrenbetäuben- de Schreikrämpfe an die aufkommenden Epilepsien; je unruhiger die Nächte, umso ausgeschlafener der Tag; je ruhiger die Nächte, umso apathischer der Tag; - die 1991 ihre "alte Arbeit" - jedoch im Nachtdienst - wieder aufnimmt, um am Tag für ausgeschlafene Kinder da zu sein; - deren Ehemann die "Hausnachtschicht" übernimmt und seiner Frau 12 ruhigere Nächte im Monat gönnt; - deren Schwester (Rektorin an einer Grundschule) auf einer Familien- feier verlauten lässt, ich als Mutter würde dem Kind diese "Krank- heit" einsuggerieren. Das Kind hätte durch die enormen Einschrän- kungen und außergewöhnlichen Verhaltensmuster keinerlei Chance im "normalen" Leben und müsse auf eine Behindertenschule; - (Löwenmutter), deren Hand im Gesicht der Schwester landet und aus diesem Grund in Zukunft (in Wirklichkeit jedoch auch in der Vergan- genheit) gemieden wird und auch selbst die "Familienbande" meidet; - die Antrag auf vorzeitige Einschulung stellt, um die zu intensive Mutter-Kind-Beziehung etwas zu lockern; - deren Ehemann sich in der Freizeit nur noch mit Lottoscheinen, Ca- sino-Besuchen und Gewinn-Statistiken beschäftigt; "heimlich", unter Angabe der mütterlichen Adresse, Institutionen anschreibt, um gegen Gewinnbeteiligung Sponsoren zu finden; - die vor Scham nicht mehr ein noch aus weiß; die Träume ihres Man- nes (eigenes Haus, großes Auto, Reichtum) nicht im Geringsten nach- vollziehen kann; - die von der Schwiegermutter Schuld zugewiesen bekommt; die "Aus- schweifungen" des Sohnes sind auf ein unbefriedigendes Sexualleben zurückzuführen; - die dringend Hilfe bräuchte, sich aber weiterhin einzig und allein der "richtigen" Ernährung und den Kindern widmet; - die mal wieder verstärkt das Bedürfnis hat, ihren "Erzeuger" kennen- zulernen und die eigene Mutter unter Druck setzt: Vielleicht über die Sendung "Bitte melde dich!"? - deren Tochter seit 3 Jahren krampffrei ist und den Früh-Einschulungs- Test an einer "normalen" Grundschule besteht; - deren Tochter neugierig, fleißig, immer pünktlich und zuverlässig ist - aber zu wenig redet, zu viel träumt und mit dem "Bummelzug" durchs Leben fährt - besser wäre der ICE; - die ihrem Kind den Kindergarten ersetzen musste. Logisch, dass zu Hause nicht so viel getollt, gerankelt und gezankt wurde. Sticken, ma- len, stricken, basteln, singen, tanzen, Klavierspielen, viel reden und noch mehr erklären stand auf der Tagesordnung; - die sich sehr bald große Sorgen macht, weil ihr Kind so anders als die Anderen ist und zum Außenseiter mutiert (weil es nachdenkt, bevor es redet; weil es nicht "hyperaktiv" ist; weil es kein immerfressendes, klei- nes Krümelmonster ist; weil es Disziplin zeigt); - die im Laufe der Jahre, eine für "dieses" Kind gesunde (weil verträg- liche) Ernährungsweise gefunden hat und gegen Windmühlen an- kämpfen muss, weil sie nicht den üblichen "Empfehlungen" entspricht; - die davon überzeugt ist - sämtliche Ernährungsratgeber gehören auf den Müll; kein Immunsystem gleicht dem anderen - ein jedes ist einzig- artig, demzufolge reagiert jeder Körper, auf die Dinge, die man ihm wie und wann zuführt unterschiedlich; - die nicht belehren möchte, den Mund hält; aber einem 6-jährigen Kind tagtäglich Rechenschaft abliefern muss, warum es auf Milchtütchen, Kaugummi, Bonbons, Eis, Adventskalender-Inhalte etc. verzichten "sollte"; - die mit der Zeit lernt, kleine Disziplinlosigkeiten zu verzeihen, obwohl diese tagelange, starke Bauchschmerzen, schlaflose Nächte und herz- zerreißendes Wehgeschrei (wie in der Krampfzeit!) hervorrufen; eine nächtliche Sonografie an meiner Arbeitsstelle verweist überdeutlich auf eine Anomalie - das Kind hat Gallenkoliken! Bei ähnlichen Beschwer- den wurden vor Jahren vom Kinderarzt Tropfen gegen Blähungen ver- schrieben, die niemals Wirkung zeigten... (wir sollten uns doch nicht tyrannisieren lassen!) - deren Tochter in den nächsten 13 Schuljahren weder Kinderkrankhei- ten noch andere gesundheitliche Probleme bekommt, die ärztlicher Hilfe bedürfen; kein Fieber - keine Grippe - keine Mittelohrentzündung keine Mandelentzündung; ein, vom Zahnarzt als empfehlenswert-not- wendiger Lippenbändchen-Schnitt (die Zahnlücke würde lebenslang bleiben) lehnten wir ab! Schon mit 8 Jahren war keine Zahnlücke mehr zu sehen; - die unbedingt an dieser Stelle erwähnen möchte: nachdem der Sohn eine 3-jährige Zahnspangenbehandlung (mutig und erfolgreich!) ab- schließen wollte, hieß es: die Weißheitszähne müssten operativ ent- fernt werden, nur so könne für den Erfolg der Behandlung garantiert werden! Gesagt - getan, aber der genetisch-bedingte, kleine Kiefer ließ sich nicht austricksen, hatte schon 3 Jahre später die Zähne eng (sehr eng) zusammengeschoben. Diese prophylaktische "Mode"- Be- handlung ist in meinen Augen eine ungeheuerliche Körperverletzung an Kindern und Jugendlichen, zumal niemand weiß, ob die Weißheits- zähne jemals zum Vorschein gekommen wären; - die ihren Vater kennenlernt; Enkeln, die ihren Opa lieben; und einem Ehemann, der an der neuen Aufgabe zu wachsen scheint (gern hilft er meinem Vater mit Geld aus der Patsche); - deren Ehemann ein Haus findet, mit dem sich Frau und Kinder an- freunden können. Direkt in der Nachbarschaft, kein Schulwechsel .... und vielleicht endlich eine "tragende" Verantwortung, die weitere Geld/Spielverluste ausschließt! - deren Tochter am "gesunden" Kochunterricht teilnehmen und hinterher zuschauen MUSS, wie gemeinsam verzehrt wird; die viele Demütigun- gen (nicht nur von Seiten der Klassenkameraden!) einsteckt, bevor die Grundschul-Abschlussfeier stattfindet; - die von der Lehrerin gesagt bekommt: Ich hab sie durchgezogen, aber eine weiterführende Schule - aussichtslos! - deren Sohn selbstständig entscheidet, nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zu machen und übergangslos mit der neuen Aufgabe beginnt; - die neben ihrem Teilzeitjob (nur Nachts) ein Tageskind aufnimmt, um Klavierunterricht für sich und Kind, Stricken, Sticken, Basteln, Lesen (die einzigen persönlichen Wünsche) weiterhin finanzieren zu können (500 DM Haushaltsgeld für 4 Personen & Hund - es muss ja mal gesagt werden. Auch die Meinung dazu: Sie hat`s doch gut - braucht schließ- lich keine Miete zahlen...) - die an 12 Tagen im Monat morgens um 6.00 nach Hause kommt, um 7.30 die Tochter verabschiedet; durchschnittlich ab 12.00 (meist früher) für ein Grundschul-Tageskind die Tür öffnet; zweimal Hausaufgaben- hilfe leistet; mit dem Hund die Runde dreht; neben dem bisschen Haus- arbeit Zeit findet, zum Spielen, Basteln, 1mal1-Abfragen; pünktlich, wenn Ehemann und Sohn nach Hause kommen, das Essen auf dem Tisch stehen hat, um dann in aller Frische den Nachtdienst anzutreten; - deren Nerven blank liegen.... und keiner merkt es.... - die Dank mütterlicher Manipulation und fehlender Zeit den Kontakt zum Vater nahezu abgebrochen hatte und durch den Tod seiner Ehe- frau plötzlich gebraucht wird; - die sich wehrt; nicht gebraucht werden möchte und ihrer kleinen Fa- milie eine (bisher geheim gehaltene) Scheidungsakte der Eltern prä- sentiert; - deren Kinder jammern: der arme Opa! deren Ehemann protestiert: du hast ihn so lange vermisst; hast den Stein ins Rollen gebracht; wie herz- los, jetzt nicht zur Seite zu stehen! - deren Ehemann seine "Auslagen" wieder haben möchte (vielleicht auch mehr?) und gern die 300 Kilometer lange Fahrtstrecke in Kauf nimmt; - deren Vater einen total hilflosen Eindruck macht; mit großem Haus (vom früheren Bauernhof sind nur noch Hühner und ein Pferd vorhan- den), Wiesen und Waldarbeit überfordert scheint und dem Alkohol wohlgesonnen ist; - die fortan, wenn dienstfrei und das Tageskind fürs Wochenende ver- abschiedet ist, mit Tochter und Bahn (war günstiger) zum Vater fährt; - die sich in der Natur wohl fühlt, Traktor fahren lernt, Hühner-und Pfer- destall ausmistet aber einige Wochenenden braucht, um sich an kaltes Wasser und Ofenheizung zu gewöhnen (jaja - diese Wohlstandsgesell- schaft!) - deren Vater damit beginnt, das Haus familiengerecht zu gestalten; gern würde er die Städter aufs Land ziehen und seine Tochter als Erbin ein- setzen; - die genau DAS nicht will und Dank ihrer Verpflichtungen keine Zeit findet, gemeinsam mit dem Vater die dafür notwendigen Schritte einzu- leiten; - deren Ehemann auf eigene Faust handelt; während seine Frau ihre Nachtschicht ausschläft, unterschreibt er den Erbvertrag (mein im Auto liegengebliebener Führerschein gab ihm die Befugnis, sich selbst, als Ehemann und Erbe, einzusetzen; - die damals nicht wusste, wo ihr der Kopf steht; aber heute weiß sie: DAS war das Ende einer Ehe.... - die vom Vater erfährt, dass der Ehemann sie als "Mauerblümchen" be- zeichnet und dass er seine Ehe nicht unbedingt als solche betrachtet; - die sich seelisch mehr und mehr von ihrem Zuhause und vom Ehe- mann entfernt und beim Vater Sorgen und Kummer los wird; - die allzu gern noch einmal Kind wäre (Nachholbedürfnis?) und keine Bedenken hat, sich auf Vaters Schoß auszuweinen; - deren Vater in der Lage ist, Trost zu spenden und ihr das Gefühl gibt, ein "vollwertiger Mensch" zu sein; - die vom Blitz berührt wird, als sie merkt, dass der Vater in ihr nicht die Tochter, sondern eine Frau sieht (es schien nur ein Spiel - bei der Heu- ernte. Mit Tochter und Sohn tobte ich ausgelassen über abgemähtes Gras, wir verbuddelten/versteckten uns in den aufgetürmten Haufen bis eine Zunge meinen Mund fand...) - die fassungslos, alles auf Alkohol und Medikamenteneinnahme schiebt, verweint und entsetzt am selben Tag nach Hause fährt und die Drohung ausstößt, nie mehr zurückzukommen; - deren Telefon nicht stillsteht; einem Vater, der offensichtlich mit der Einsamkeit Probleme hat und Selbstmord androht; von einer 4-köpfi- gen Familie, 300 KM entfernt, die mit dieser eventuellen "Schuld" nicht umzugehen wüsste; - die ihrem Vater einen Brief schreibt, in dem sie erklärt, dass er seine Tochter für immer verlieren wird, wenn sich Ähnliches wiederholt; - deren Vater es schafft, in unserem Beisein den Eindruck zu erwecken, kein "Getränk" zu "brauchen" (bis Tochter und Enkelin versteckte, leere Flaschen finden...."Nur wenn ihr nicht da seid!" - die gemeinsam mit Ehemann und Kindern nach einer Lösung sucht, Schulferien (unbezahlten Urlaub genommen) beim Vater verbringt, um die "Notwendigkeit" gering zu halten; - deren Anwesenheit trotzdem manchmal erfolglos ist; einem Vater, dessen Gefühl und Charakter oft Achterbahn fahren; einem Ehemann (Wochenendbesuch), der auf Knien (ohne Erfolg) gebeten wird, Tochter und Frau mit nach Hause zu nehmen; einem Sohn, der sich am Arbeits- platz beurlauben lässt, Opa die Stirn bietet und Schwester und Mutter abholt; - die dankbar und gern wieder Berufs- und Tagesmutterpflichten über- nimmt (trotzdem der Vater die Ausfallzeiten finanziell getragen hatte); - deren Vater alkoholisiert Traktor fährt, bis zu 900 DM/monatlich ver- telefoniert (nur mit uns!) und klar und deutlich sagt: Wenn keiner kommt, häng ich mich auf! - die in diesem Sommer/Herbst große Probleme mit linkem Schulter- blatt und Arm bekommt (vom Vater zum Arztbesuch überredet, heißt es: Das brennend/schmerzende Schulterblatt mit der handtellergroßen Rötung komme von einem Zeckenbiss! Wer meine Geschichte bis hierhin verfolgt hat, weiß, dass ich das Antibiotika ablehne. Von Beginn des Schmerzes haben wir den Rücken "gründlich" beobachtet. Da war keine Zecke, da war kein Biss...); - die schon allein durch Wochenenddienste manchmal verhindert ist, an- dere Male keine Hilfestellung (z.B. Bäume fällen) leisten kann und ihren Ehemann gelegentlich allein fahren lässt; - deren Ehemann sie morgens von der Arbeit abholt und nach Hause bringt (hatten nur ein Auto), um gleich im Anschluss für 2 Tage zum Vater zu fahren. - die an diesem Abend den väterlichen Anruf bekommt: Du solltest kommen! Dein Mann hat sich verabschiedet, kommt aber morgen früh zum Helfen zurück. Die Nacht verbringt er bei einer anderen Frau! - die ihrem Vater den Gefallen tut - bei Nacht und Nebel (ohne direkte Zugverbindung) mit ihrer 11 jährigen Tochter 300 km zurücklegen muss, nur um ihren Ehemann überraschen zu können... - deren Ehemann gezwungen ist, die Wahrheit zu sagen (hätte er wohl nie von sich aus getan!) - die zwar traurig ist, dass Ganze aber irgendwann hat kommen sehen... sich selbst die alleinige Schuld gibt; - deren Vater irritiert ist, weil Alles in ruhigem Ton vonstatten geht - dennoch ist ein leichter Triumpf nicht zu übersehen. (Ab heute wird er alles daran setzen, um mir zu beweisen, dass ich keinerlei Schuld trage) - der bewusst wird, warum der Vater ein Kinderzimmer für die Enkelin eingerichtet hatte; warum er Kleidung und Alles, was wir vermissen könnten, eigenständig besorgt (wir wurden bei jedem Wochenend- besuch (nicht immer erfreulich) überrascht - zu viel wurde unter Alko- holeinfluss angeschafft.... - deren körperliche und seelische Kraft am Nullpunkt angekommen ist; Alles aber auch wirklich Alles scheint vorbei! Nach Hause? Wo ist das? Zu einem Mann, der vielleicht das Glück gefunden hat, welches seine Frau ihm nicht geben konnte? Schon vor Monaten hatte er in ihrem Schuh eine Nachricht hinterlassen: "Vor Jahren suchte ich die Mutter und fand eine Frau. Heute suche ich die Frau und finde eine Mutter...." Da, wo die Kinder sind - da ist Zuhause! Der Sohn ist mittlerweile 20, geht längst seine eigenen Wege. Die Toch- ter fühlt sich bei Opa heimisch, liebt wie ich das Pferd, die "eigenen" Gänse und Hühner, die Natur, das Traktorfahren ... ; hat mittlerweile Freunde, die sie am Wochenende "herbeisehnen"... - die für ihre eigene Mutter mal wieder "gestorben" ist, weil die Tochter dem Vater die Gelegenheit gibt, zu "ernten, was sie gesät habe ..." - deren "Abwehrmaßnahmen" den schwächsten Punkt erreicht haben; die das Gefühl hat, verkauft worden zu sein...; die sich dem krankhaften Begehren des Vaters als "vogelfreie" nicht mehr entziehen kann. - deren Leben - hier wie dort - unerträglich wird. Unter der Woche schwärmt der Ehemann von einer anderen Frau: wie toll sie, alleiner- ziehend mit 2 Kindern und berufstätig, ihren Alltag meistert... Am Wochenende drängt der Vater auf eine Entscheidung, die das Zu- sammenleben ermöglicht. - die sicher ist, dass ein Leben in der "Großstadt" den Vater auf andere Gedanken bringt; dass es unmöglich sein wird, "dieses" Leben fortzu- führen (hat sie doch Freunde, Bekannte, Verwandte, Verpflichtungen...) - deren Vater seinen Umzug organisiert: trinken - verkaufen; trinken - verschenken; trinken - telefonieren; trinken - bedrängen.... - deren Ehemann, ohne mit der Wimper zu zucken, in die Scheidung einwilligt. Da wurden keine Fragen gestellt, keine Emotionen freige- setzt, keine Gespräche geführt. ES IST - WIE ES IST - die davon "träumt", dass der Vater, wenn er nicht mehr allein ist, vom Alkohol lassen kann; dass er die "Besitzansprüche" zurückschraubt; dass er, einmal raus aus dieser enormen Einsamkeit, fähig ist, ein nor- males Leben zu führen; dass es möglich ist, 2 abgeschlossene Wohnun- gen zu beziehen... - deren Vater nicht bereit ist, auf Natur, Geflügel und bäuerliche Arbeit zu verzichten; - die im Februar 2000 die Scheidung einreicht, im März gemeinsam mit Tochter und Vater ein kleines Haus mit Grundstück bezieht, schon im April (Dank des Ehevertrages) geschieden wird und vom ersten Tag des gemeinsamen Wohnens nicht eine Minute der Tage, nicht eine Minute der Nächte (ausgenommen am Arbeitsplatz) ohne den Vater verbringen kann/darf. - deren Verstand auf`s Klagen verzichtet; hatte sie nicht selbst die Gei- ster gerufen? Hatte sie nicht allein, das Alles heraufbeschworen? Wie lange schon fühlte sie sich eigenartig schwach, müde, ausgelaugt. Suchte Ruhe, Geborgenheit, einen verantwortungsvollen Ansprech- partner für die kleine Tochter .... da war ein Papa, der Nachts ins Spiel- kasino ging; da waren zwei Omas - unfähig Kinder zu erziehen; da war eine karrierelüsternde Patentante, deren einzige Liebe dem Beruf galt; wie schön wäre es gewesen, wenn der Opa Verantwortung hätte über- nehmen können - wenn er nur ein einziges Mal in seinem Leben, seiner väterlichen Pflicht nachgekommen wäre..... aber, da war auch ein großer Bruder. "Mach dir keine Sorgen", hatte er gesagt. "Mein Schwesterchen kommt zu mir, wenn dir etwas passiert!" Nein! Noch durfte nichts passieren! Irgendwie musste es weitergehen, zumindest bis ... zur Volljährigkeit?! - deren Gebete nicht erhört wurden. Im Sommer 2001 schien das Limit erreicht. Der Körper lehnte Schlaf, Nahrung, Bewegung, einfach alles, was einen Organismus ausmacht, vollkommen ab. Der langjährige Hausarzt hatte seine Praxis mittlerweile dem Sohn übergeben, doch auch für ihn stand kein pathologischer Gesichtspunkt zur Debatte. Erstmals in seiner Behandlung, darf man wohl davon ausgehen, dass die Patientenkartei des Vaters enorme Aussagekraft hatte, denn allein mit dem Rezept "Tavor" und dem Gebot, mich gründlich auszuruhen, verließ ich, auf meinen Vater gestützt, die Praxis. - die allzu gut weiß, dass viele psychische Probleme vorhanden sind. Sie weiß aber auch: da ist noch mehr! Von Vielen belächelt, bemitleidet, abgestempelt, steht ein einziger Mensch auf ihrer Seite - der Vater. Während sie im Tavor-Dämmerzustand, kaum noch das Bett verläßt, setzt er Himmel und Hölle in Bewegung, bis ich bereit bin, weitere Untersuchungen über mich ergehen zu lassen. Vom Hausarzt als abso- lut überflüssig empfunden, bestehe ich auf eine Krankenhauseinwei- sung - leider ohne neurologische Abteilung. Schlaganfall, Probleme mit der Schilddrüse, eine überflüssige Rippe, Bandscheibenvorfall - aber am ehesten wohl doch - die Psyche? Nachdem die neurologische Unter- suchung einen > Schreibkrampf der rechten Hand< und >Angststörung< diagnostizierte, eine psychiatrische Tagesklinik (Vater durfte anwesend sein!) und ein MRT keine Besonderheiten aufweisen konnte, vermutete man Borreliose. Das Ergebnis der Rückenmarkspunktion wartete ich nicht ab. Zu deut- lich hatte man mir erklärt, dass ich in einer neurologischen Klinik bes- ser aufgehoben wäre. Dennoch, bei der Punktion fiel erstmals der Na- me >Multiple Sklerose<; kurrioser Weise nicht vom Arzt, sondern vom Leiter der Krankenpflegeschule (Danke, Herr Pötsch). Nach zehn Tagen ärztlichem Achselzucken und keinerlei Symptombesserung, ver- ließ ich auf eigene Verantwortung die Klinik. - die weiterhin den rechten Arm nicht benutzt; den Kopf schief hält; sich nirgends anlehnen kann, ohne dass Strom durch den Rücken fährt; in immer kürzer werdenden Abständen Tavor schluckt und im Nebel zu ersticken droht. - deren Vater Glauben schenkt, Aufklärung erzwingt; die Tochter, im wahrsten Sinne der Worte, auf die Beine stellt; bei Bewußtsein hält; zwischen intensiver Pflege und Alkohol Arzttermine verhandelt. - deren Allergologe testet; deren Phlebologe eine Angiographie ver- anlasst; ein Röntgenologe prüft die Schilddrüsenwerte - alles im grünen Bereich - bis ein "Spezialorthopäde" auf einen Schauspieler verweist, der an "dieser" Krankheit verstorben sei! Er rät dringend eine neuro- logische Klinik aufzusuchen. Vom Hausarzt wird dieser Rat lediglich belächelt und ein neues Rezept für Tavor ausgestellt. - die sicher ist, den Verstand zu verlieren; die bereit ist, sich selbst in die Psychiatrie einzuweisen - aber erst nach dem 13. Geburtstag der Tochter (in 14 Tagen)! - die beim Hausarzt betteln muss, um eine Überweisung für die Neuro- logische Klinik zu bekommen. Es wird darum gebeten, Röntgenauf- nahmen und Untersuchungsbefunde vor einer ambulanten Sprech- stunde einzureichen. Es stellt sich heraus, dass die Kernspintomografie des Schädels und der HWS (beides als unauffällig befundet!) sehr wohl auffällig sind. Die Lumbalpunktion erbrachte eine autonome IgG-Produktion und die oligoklonalen Banden im Liquor waren po- sitiv. Zum Ausschluss einer Neuroborreliose und Sarkoidose müsste jedoch eine erneute Punktion stattfinden, da bei der ersten Entnahme zu wenig Material vorhanden war; - der schon beim ambulanten Vorgespräch (Anamneseerhebung usw.) äußerst vorsichtig die hohe Wahrscheinlichkeit einer Multiplen Sklerose in den Mund gelegt wird; - die eine 2. Lumbalpunktion und eine 5-tägige Cortison-Stoßtherapie über sich ergehen lässt, die keinerlei Wirkung zeigt; Von einer Mutter, die keinerlei Probleme mit der Diagnose hat - im Gegenteil - endlich kann sie die "Wehwehchen" der vergangenen Jahre zuordnen. Nur die Tatsache, dass das Risiko besteht, ihren Kindern ge- wisse Gene in die Wiege gelegt zu haben, bringt sie fast um den Ver- stand. Obwohl meine Mutter vor zwei Jahren sagte: "Du hast in deinem Leben nichts auf die Reihe bekommen - nichts erreicht, was von Bedeutung wäre!" möchte ich hier erwidern: Mutter zu sein, hatte und hat noch immer die größte Bedeutung in meinem Leben. Ich bin stolz darauf, meine Kinder ohne Schläge, ohne Lügen, ohne unsinnige Verbote erzogen zu haben; Stolz darauf, trotz Trennung, den Umgang mit ihren Vätern erhalten zu haben; Stolz - weil ich nie versucht habe, ihren Willen zu brechen; Stolz - weil ich sie ihre Entscheidungen selbst treffen lasse ... Tatsache - ich könnte platzen vor Stolz - weil ich "wenigstens" das erreicht habe, was ihr nicht auf die Reihe bekommen habt!
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