FREUD` UND LEID DER WASSERGEISTER Du kennst uns nicht? Das ist kein Wunder. Erst wenn du schläfst, wird unsereins munter. Wir sind kleine Wassergeister, Neptun unser großer Meister. Der Regen lässt uns fallen vom Himmel. Auf Erden gibt`s dann ein riesig Getümmel. Du kennst unsre Sprache - wir platschen und quatschen, trommeln auf Dächer, hüpfen in Becher, laufen in Schuhe und rinnen durch`s Haar, machen die Fensterscheiben klar. Doch wenn der Himmel hört auf mit Weinen, müssen wir uns in der Tiefe vereinen. Hier werden wir größer, bekommen Gestalt. Es bilden sich Schuppen und Haare bald. Du fragst dich, warum uns noch niemand gefunden? Am Tag können wir leben nur ganz unten. Haare und Schuppen verästeln sich dort mit Schlamm und Morast bis die Sonne geht fort. Erst jetzt wenn du schläfst und am Himmel steh`n Sterne, verlassen wir unser Reich recht gerne. Wir schwimmen an Land, dürfen spielen und toben, haben sogar Schulen hier oben. Schreien und weinen, singen und lachen, essen und trinken, schlafen und wachen. Wir leben bei Nacht, so wie du am Tage. Nur sind wir sehr klein, bringen nichts auf die Waage. Wenn die Vögel dann erwachen, langsam aus den Nestern flattern, ehe große Menschenfüße treten auf das Grasgemüse, bevor Sonnenstrahlen locken machen wir uns auf die Socken. Laufen durch das hohe Gras und springen rein ins kühle Nass. Sind wir zu langsam, schaffen es nicht, bereitet uns das Tageslicht mit den warmen Sonnenstrahlen riesengroße Schmerzen Qualen. Da unser Körper aus Wasser besteht, verbrennen ja verdunsten wir. Und der Wind, der stürmisch weht, uns hoch hinauf zum Himmel trägt. Viele von uns zu Haufen geballt bilden die Wolken, nun regnet es bald. Als Tropfen fallen wir zurück auf Erden und dürfen wieder zu Geistern werden. Dieser Kreislauf bestimmt unser Leben, doch immer öfter geht etwas daneben. Meist sind es die Menschenhände, die jäh bereiten uns das Ende. In Flüssen, Seen, Meeren und Tümpel auf dem Grund liegt nur noch Gerümpel. Öle und Farben, Benzine und Laugen verkleben uns`re Haare und auch die Augen Die Wenigsten von uns kommen nur noch nach oben, um geistermäßig herumzutoben. So kam es, dass Neptun, der große Meister sich sorgte, um seine kleinen Geister. Er suchte verzweifelt ein neues Reich und fand sehr bald einen kleinen Teich. Von überall her, aus der ganzen Welt, über Stock und Stein, über Straße und Feld, marschierten wir Geister stets bei Nacht. Betreten Simmershausen ganz sacht, suchen den Fischteich, den Rohrbach und dann kommen wir am Wassererlebnishaus an. Noch bleibt uns Zeit , das Reich zu erkunden, was haben wir Schönes hier nur gefunden. Inmitten von Wald, Feldern und Wiesen, auf denen viele Pflanzen sprießen fließt ein Bächlein. So sauber, so rein kann Natur tatsächlich noch sein. Die Treppe zum Haus ist für uns nicht geeignet, wir rutschen durchs Gitter vor Angst und Gezitter. Bleiben halt unten im Wasserlabor und in der Werkstatt direkt davor. Dann kommt noch die Rutsche, sie führt uns zum Teich, hier ist es urgemütlich und weich. Steine und Pflanzen bilden Ecken. Gut können wir uns vor der Sonne verstecken- und das tun wir jetzt ganz schnell denn schon bald wird es hell. Die Nacht geht zu Ende, unser Reich fällt nun wieder in Menschenhände. Lara und Gudrun Gundlach
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